Kräfte bündeln beim Klimaschutz

Eine kreisweite CO2-Bilanz soll es möglich machen, Kommunen maßgeschneiderte Empfehlungen zu geben. Das betrifft den Einsatz von Wind- und Wasserkraft oder, wie hier, den Bau neuer Photovoltaikanlagen. Symbolfoto: DPA

Der Main-Kinzig-Kreis setzt auf ein kreisweites Klimaschutzmanagement. Deshalb habe er vor wenigen Monaten den Umweltwissenschaftler André Schnatz als Klimaschutzmanager eingestellt.

Region – „Mit der Stelle eines Klimaschutzmanagers geht der Main-Kinzig-Kreis den bereits eingeschlagenen Weg für mehr Klimaschutz konsequent weiter“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler darin. „Mit der Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes entsteht nun eine umfassende und qualitativ hochwertige Grundlage, auf welcher es darum geht, konkrete und pragmatische Konzepte und Maßnahmen zu entwickeln. Der Klimaschutzmanager ist dabei wichtiges Bindeglied und Ansprechpartner für Kommunen, Unternehmen, Landwirte, Naturschützer sowie Bürger und Bürgerinnen und hat dabei die aktuellen Entwicklungen stets im Blick. In Gesprächen mit allen Beteiligten sollen tragbare Lösungen und Kompromisse erarbeitet werden.“

Der Main-Kinzig-Kreis engagiere sich als Mitglied der Klima-Kommunen in Hessen schon seit 2019 für eine nachhaltige Entwicklung. „Aber um die Auswirkungen der Klimakrise zu begrenzen, reichen Entscheidungen und Zielsetzungen auf den höchsten Ebenen nicht aus, es geht darum, wie vor Ort pragmatische Lösungen konkret umgesetzt werden können, mit denen auch die Bürgerinnen und Bürger sich einverstanden erklären können“, so die Umweltdezernentin.

Vor allem die Landkreise seien als Vermittler gefragt, wenn es darum gehe, die Entscheidungen, die von der Bundesregierung getroffen werden, umzusetzen: von den kreisangehörigen Kommunen, lokalen Unternehmen und der Bürgerschaft.

Katrin Hess, Leiterin des Kreis-Umweltamts, habe sich nach Entscheidung des Kreistages ein halbes Jahr lang um Fördermittel für das Klimaschutzmanagement bemüht. Daher sei es erfreulich, dass der Bund nun die notwendigen Fördermittel für die kommenden zwei Jahre zur Verfügung gestellt hat. Sie sei froh, André Schnatz für das neue Klimaschutz-Team gefunden zu haben, sagt Hess. Unterstützt wird er von Tamara Rexroth. „Die beiden werden sich nun auf Kreisebene um die Erstellung eines Integrierten Klimaschutzkonzepts kümmern“, erklärt Hess. Hierbei gilt es nun gemeinsam mit den 29 Kommunen an einem Strang zu ziehen, damit möglichst zeitnah Ergebnisse vorgelegt werden können. Denn die grundlegenden Daten zur Erstellung eines Klimaschutzkonzepts müssen zunächst die Kommunen liefern. Mit dem integrierten Klimaschutzkonzept wird dem Kreis dann eine wertvolle und umfassende Basis für die Entscheidungen und Maßnahmen rund um den Klimaschutz vorliegen.

Ziel ist es, eine kreisweite CO2-Bilanz zu erstellen, die es ermöglicht, den Kommunen maßgeschneiderte Empfehlungen für Maßnahmen vor Ort in die Wege zu leiten. Das betrifft erneuerbare Energien wie Windkraft, aber auch Photovoltaik, Biomasse, Geothermie und Wasserkraft. Denn bislang gebe es lediglich für Windenergie ausgewiesene Flächenpläne. Das zunächst auf zwei Jahre befristete Projekt lief vor einigen Wochen an. Die Kommunen werden in alle Phasen der Konzepterstellung eingebunden. Konkret plant das Klimaschutzteam Vernetzungstreffen mit den kommunalen Klimaschutz-Entscheidungsträgern.

Auch kreisweite gemeinsame Aktionstage, bei denen die Kommunen mit wenig Eigenaufwand teilnehmen können, sind in Planung. Bürger im Kreis sollen durch Veranstaltungen und Fachvorträgen zu Fragen des Klimawandels profitieren, so die Idee. Parallel dazu habe der Kreis einen Antrag für ein Klimaanpassungskonzept gestellt. „Wir müssen Kräfte bündeln, um die Bevölkerung und die Lebensräume für Mensch und Tier vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen“, sagt Simmler.

„Wir hoffen, dass wir Ende des Jahres mit den Kooperationskommunen, dem Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlicher Raum und dem Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr dieses wichtige Thema angehen und so das Zukunftsthema Klimaschutz mit einer starken Mannschaft umsetzen können.“
sem

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