Unfallhelfer verlässt das Glück

Region – Als Fußballer hat Ex-Bayern-Profi Jürgen Wegmann die Rhetorik mit dem legendären Spruch bereichert: „Zuerst hatten wir kein Glück – und dann kam auch noch Pech dazu.“

Treffender könnte dieses Zitat nicht beschreiben, was einem 53-Jährigen widerfahren ist. Er hat mitten im Spessart, unweit der hessisch-bayerischen Grenze, nicht nur die Polizei in Atem gehalten. Alles beginnt in der Dämmerung, gegen 5 Uhr. Eine 55-jährige Autofahrerin ist auf der Staatsstraße 2303 zwischen Aura im Sinngrund und Burgjoß (Main-Kinzig) unterwegs. „Hierbei kreuzte ein Reh die Straße und wurde von ihrem Wagen erfasst und getötet“, heißt es im Polizeibericht. Doch es gibt noch eine weitere Pressemeldung: „Zu vorgenanntem Wildunfall kam ein 53-jähriger Autofahrer hinzu. Er stieg aus seinem Fahrzeug und half der Frau beim Bergen des Wildes von der Straße.“

Doch dann verlässt den Helfer das Glück; „Anschließend setzte er sich wieder in sein Fahrzeug und stellte fest, dass dieses nicht mehr ansprang. Da jegliche Startversuche scheiterten, ließ er sich etwa einen Kilometer zurückrollen und parkte sein Fahrzeug im Grünstreifen“, so die Polizeihauptkommissarin, deren Kollegen dann eingeschritten sind.

Denn „aufgrund von Atemalkoholgeruch wurde durch eine Polizeistreife um 6 Uhr ein Alkotest durchgeführt, welcher einen Wert von 2,14 Promille ergab. Der Autofahrer musste sich daraufhin einer Blutentnahme unterziehen. Er wird wegen Trunkenheit im Verkehr angezeigt.“

Damit nicht genug: „Im Laufe des Vormittags sollte der Wagen durch ein Abschleppunternehmen geborgen werden.

Dabei kletterte der 53-Jährige auf die Ladefläche des Abschleppfahrzeugs, um etwas aus seinem Pkw zu holen. Er stürzte dabei ohne Fremdverschulden von der Ladefläche und fügte sich hierbei eine lange Rissverletzung am Unterschenkel zu. Er wurde durch den Rettungsdienst behandelt.“

VON THORSTEN BECKER

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