Zensus ist auf der Zielgeraden

Besuch in der Erhebungsstelle in Erlensee: Landrat Thorsten Stolz (links) und Bürgermeister Stefan Erb (rechts) informieren sich beim Leiter der Stelle Thomas Mutschler. Foto: PM

Region – In der Zensus-Erhebungsstelle in Erlensee stapeln sich die Kisten mit Formularen. 47 000 Erhebungsbögen hat das Land Hessen für den Zensus 2022 an den Main-Kinzig-Kreis geliefert.

Bis zum Ende der Befragungsphase werden die hierfür eingesetzten rund 320 Männer und Frauen an 10 000 Türen im Main-Kinzig-Kreis geklingelt haben, um die für die Stichprobe ermittelten Adressen mit den dort angetroffenen Befragten in Einklang zu bringen.

Ein Großteil wurde bereits abgeglichen. „Das ist eine große Aufgabe, da wir zeitlich gebunden sind, das heißt, wir müssen die Befragungen bis zum Jahresende abgeschlossen haben. Wenn es nicht so viele Probleme, insbesondere mit der Datenbank des Statistischen Bundesamtes gegeben hätte, könnten wir schon weiter sein. Aber wir sind auf der Zielgeraden“, erläuterte der Zensus-Beauftragte für den Main-Kinzig-Kreis, Thomas Mutschler, im Gespräch mit Landrat Thorsten Stolz und Erlensees Bürgermeister Stefan Erb (beide SPD).

Vorläufiges erstes Fazit: „Die Befragung lief zum großen Teil reibungslos, auch wenn es natürlich immer wieder Menschen gibt, die sich einer Mitarbeit strikt verweigern, vielfach, weil sie gar nicht so genau wissen, wofür wir die Daten eigentlich benötigen“, sagte Mutschler.

Für den Zensus 2022 sind mehr Befragungen vorgesehen als bei der Volkszählung vor zehn Jahren, da nun auch Städte mit weniger als 10 000 Einwohnerinnen und Einwohner berücksichtigt werden.

„Der Zensus ist für Bund und Länder, aber auch für die Kreis- und kommunale Ebene enorm wichtig. Denn viele Entscheidungen, die für die Menschen in diesem Land getroffen werden, beruhen auf Bevölkerungs- und Wohnungszahlen. Deshalb benötigen wir eine verlässliche Datengrundlage“, sagte Landrat Stolz. Er dankt allen, die in der Erhebungsstelle in Erlensee damit befasst sind, Datensätze ins Computersystem zu übertragen, aber auch den engagierten Interviewerinnen und Interviewern. „Sie machen die wichtige Laufarbeit und müssen zum Teil viel erklären, um Vorurteile gegenüber der Zensus-Befragung auszuräumen“, stellte der Landrat fest.

Der Zensus ist in Deutschland eine registergestützte Bevölkerungszählung, zu der eine Stichprobe hinzukommt, außerdem findet parallel eine Gebäude- und Wohnungszählung statt. Letzteres hat jedoch mit den Interviews, die im Auftrag des Main-Kinzig-Kreises geführt werden, nichts zu tun, da diese Befragung unabhängig davon per Briefpost an die Haushalte gegangen ist.

Wichtig: Die Daten werden nur anonymisiert ausgewertet. Es geht nicht um individuelle Lebensverhältnisse einzelner Menschen, sondern um verallgemeinerte Daten. Die Erhebungsstelle wurde in Büroräumen eingerichtet, die zu einem ehemaligen Militärhangar aus dem Jahr 1936 auf dem Fliegerhorst Erlensee gehören. Bürgermeister Erb hatte bei der Vermittlung der Büroräume geholfen. Diese müssen aufgrund der Lagerung von sensiblen Daten bestimmte Kriterien erfüllen.

Alle mit dem Zensus beauftragten Personen wurden für diese Aufgabe extra geschult. „Wichtig ist, dass die Qualität der Erhebungen und der Datenschutz gewährleistet werden“, betonte Thomas Mutschler. In der Erhebungsstelle werden auch solche Bürgerinnen und Bürger kontaktiert, die ihre Erhebungsunterlagen noch nicht abgegeben haben. Diese können entweder per Post oder online übermitteln werden. Alle gesammelten Daten werden schließlich von Erlensee aus an das Statistische Bundesamt weitergegeben. „Die aus dem Main-Kinzig-Kreis gesammelten Daten werden dazu beitragen, Entscheidungen auf Bundesebene, die das Leben der hier wohnenden Menschen direkt betreffen, an die tatsächlichen Bevölkerungszahlen anzupassen“, erklärte Stolz.

Die amtliche Einwohnerzahl ist zum Beispiel Grundlage dafür, wie Wahlkreise eingeteilt werden. So orientiert sich auch die Stimmenverteilung im Bundesrat an diesen Kennzahlen. Und Ausgleichszahlungen wie der Länderfinanzausgleich und der kommunale Finanzausgleich, aber auch EU-Fördermittel werden ebenfalls pro Kopf berechnet. mcb

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