Badespaß im Kinzigsee

Nach fast drei Jahren Corona-Pause hat das Strandbad Kinzigsee wieder geöffnet. Bei den herrschenden heißen Temperaturen eine willkommene Abwechslung. Foto: HA

Langenselbold – Dass das Strandbad Kinzigsee 2020 Corona-bedingt und ein Jahr später wegen des gerissenen Stahlseils der Tauchplane zweimal hintereinander geschlossen bleiben musste, hat seiner Anziehungskraft offenbar nichts anhaben können. Als wir nämlich am ersten Sonntag nach Wiedereröffnung – am späteren Vormittag – eintrafen, war dort schon eine Menge los.

Damit wären wir gleich bei einem nicht zu unterschätzenden Vorteil des Sees: Mit seinem rund 600 Meter langen Sandstrand, den großzügigen und weitläufigen Liegewiesen verfügt er selbst bei großem Besucheransturm noch über genügend Platz. Wir fanden jedenfalls problemlos einen schattigen Ort, um unser kleines Zelt nicht in der prallen Sonne aufschlagen zu müssen.

Die Kennzeichen der zahlreichen Autos, die schon gegen Mittag auf den Parkplätzen standen, bestätigten auch die gängige Meinung, dass so mancher Badegast aus dem weiteren Umfeld kommt. Insbesondere fielen uns die vielen Frankfurter Nummernschilder auf. Da wirkt sich sicherlich die perfekte Anbindung an die A66 aus. Wer beispielsweise aus dem Osten der Mainmetropole kommt, ist an einem Sonntag quasi in „Nullkommanix“ am Selbolder See. Dessen Areal umfasst rund 23 Hektar, der See ist etwa 750 Meter lang und 300 Meter breit. Die Besonderheit ist die über sechs Meter tiefe Tauchplane, die den Schwimmbereich vom übrigen See abtrennt. Diese Plane wurde 2004 eingebracht (und erst vor wenigen Wochen durch eine neue ersetzt), um die Nutzung eines Teils des Sees fürs Schwimmen wieder möglich zu machen. Der hohe pH-Wert und das damit verbundene Wachstum von Blaualgen hatten in den 1990er-Jahren dazu geführt, dass der Kinzigsee nicht mehr als Strandbad genutzt werden konnte.

Um dem Algenwachstum und dem hohen pH-Wert entgegenzuwirken, wurde die Tauchwand eingezogen, und seitdem wird der Schwimmbereich in der Regel zweimal jährlich mit kohlensaurem Magnesiumkalk und Eisendreichlorid „geimpft“. Das geschah zuletzt in der ersten Juliwoche. Entsprechend konnten wir uns beim Schwimmen über sauberes Wasser und beim kurzen Tauchen über eine gute Sicht freuen.

Wer nicht nur das kühle Nass oder das Bad in der Sonne genießen möchte, kommt am Kinzigsee ebenfalls auf seine Kosten. So gibt es ein Beachvolleyballfeld, für das gerade erst ein neues Netz gekauft wurde. Als wir ins Strandbad kamen, pritschten und schmetterten zwei Teams gerade gegeneinander, was das Zeug hielt. Geruhsamer geht es da beim Boulespielen zu, während zum Kicken genügend Platz auf den Wiesen ist.

Die Tauchwand hat auch einen anderen, nicht unwichtigen Vorteil. Im westlichen Teil des Sees kann man nämlich Segeln, Surfen und Stand-Up-Paddeln (SUP).

Viel geboten wird auch für den Nachwuchs. Der vielfältige Spielplatz steht bei den Kindern genauso hoch im Kurs wie die Fahrt mit einem Gummiboot. Da es im Kinzigsee relativ schnell in die Tiefe geht, beschränkt sich der recht lange Nichtschwimmerbereich auf die unmittelbare Ufernähe. Die ruhigen Abschnitte des Ufers sind den Anglern vorbehalten und im Ostteil des Strands gibt es einen FKK-Bereich.

Mit gleich zwei Restaurants und dem Kiosk, der den Namen „Beach Bar“ trägt, ist für genügend Speis und Trank gesorgt. Die Pommes am Kiosk können wir durchaus empfehlen, die Palette an Speisen ist dort hingegen noch sehr ausbaufähig.

Geöffnet hat das Bad täglich von 9 bis 21 Uhr. Erwachsene zahlen vier und Kinder/Jugendliche (bis 15 Jahre) 2,30 Euro. Die Preise sind angemessen, allerdings gibt es im Gegensatz zu anderen Bädern keine Familienkarte. Wir kommen dennoch bald wieder, denn die am Kinzigsee herrschende Idylle birgt durchaus Urlaubsflair.  HA

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